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Mama ist sauer.

Ach Leben, alte Rinde. Ich hatte so eine schöne, romantisch verklärte Vorstellung davon, wie es sein würde, wieder arbeiten zu gehen. Mit fünf Kindern, Haushalt, Arztterminen, Hobbies. Das sah wunderbar pastellfarben mit Seifenblasen und Regenbogen aus und ich habe mich wirklich richtig drauf gefreut. Endlich wieder den Hauptteil des Tages mit Erwachsenen verbringen. Was tun. Geld verdienen. Gemeinsam Familie wuppen. Schön.

Und dann kommst du. Ganz toll. Ehrlich, wir müssen reden. Das geht so nicht weiter.

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Drei Jahre: Zwillinge

Heute vor drei Jahren ahnte ich noch nicht, dass ich gegen Abend hektisch in einen OP gebracht werden würde, eine völlig verstörte Krankenschwester hielt die Nabelschnur meines Sohnes in den Händen. Und ich hatte die Panik meines Lebens. Ich sollte in wenigen Augenblicken Zwillinge per Not-Kaiserschnitt entbinden.

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Ach komm, das wird gut.

Kindertag mit Kindern.

In Thüringen haben wir seit diesem Jahr das Privileg, den Internationalen Kindertag als Feiertag begehen zu können. Arbeitsfrei, schulfrei, kindergartenfrei. Und damit fängt das Dilemma schon an. Denn Feiertage und Wochenenden haben die blöde Angewohnheit, meinen Mann im Internet nach Festen und Veranstaltungen suchen zu lassen, die man mit den Kindern besuchen könnte. Das wird toll! Da gibt es bestimmt auch Hüpfburgen. Lass uns mal die Kinder einpacken und losfahren. Und mit der Zielgenauigkeit eines Trüffelschweins, findet er genau die Veranstaltungen, nach denen mein Nervenkostüm notgerodet werden muss. Und ich weiß das immer schon genau dann, wenn er mir sagt, dass wir heute doch nach Kleinklappersdorf fahren könnten, da wäre ein Kinderfest und da wäre bestimmt was für die Kinder dabei. Fein.

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Wir waren heute duschen.

Das mache ich nie wieder! Eine Leidensgeschichte in 53 Akten bei strahlendem Sonnenschein und sehr viel Geschrei. Sehr viel Geschrei. Hier gehts lang:

Freitagmittag rief mich mein Mann an, um mir mitzuteilen, dass der Motor unserer Heizungsanlage ausgefallen sei und die Ersatzteile nicht vor Montag lieferbar seien. Nichts, wirklich nichts schreit lauter „Hallo, du Drüsengünther! Ich bin’s, Freitag, der 13te!“ als eine kaputte Warmwasserversorgung und die Aussicht auf fünf stinkende Kinder. Nichts. Dass das richtig schön werden würde, hab ich da irgendwie schon geahnt.

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Das Kindergeburtstags-Protokoll

Liebe Menschen da draußen, Kindergeburtstage sind ja an sich aktiv gelebter Kontrollverlust. Machen wir uns da nix vor. Was bei uns gestern los war, entpuppte sich als wahre Comedy. Gefeiert wurde der Geburtstag unserer Zwölfjährigen – und wer gestern nicht live bei Twitter dabei war, kann es jetzt in chronologischer Reihenfolge nachlesen. Bitteschön:

Die Gäste trudeln ein und marschieren Richtung Esszimmer. Einer der Gäste – nennen wir ihn Paul – sieht die Waffeln: „Waffeln! Sehr gut! Davon ess ich ganz viele!“ Entsetzte Gesichter. Panisch werden Teller mit Waffeln befüllt. Ich schenk mir den ersten Schnaps ein.

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Urlaub mit Kindern. Fun. Fun. Superfun!

Ich war im Urlaub. Mit drei Kleinkindern. Einem Teenager. Und meinem Mann. Ratet mal. Ja, genau. Ich brauch Urlaub. Von meinen Kindern. Vielleicht auch von meinem Mann. Auf einer einsamen Insel. Im Pazifik. Gerne Haie drumherum. Dann bleibt es ruhig. Superruhig! Ich habe im Urlaub gelernt, dass ich Ruhe schätze. Sehr sogar.

Alles begann mit der planmäßigen und voller Angst erwarteten Sommerferienzeit der drei Kleinsten vom Kindergarten. Yay! Kinder bespaßen. Rund um die Uhr. Ich freue mich jedes Jahr darauf. Die erste Woche lief ganz gut und das war die Falle, in die wir getappt sind. Denn das veranlasste meinen Mann zu der wunderbaren Idee, ans Meer zu fahren. Nach Polen. Würde bestimmt wunderschön werden: Die Kinder spielen den ganzen Tag im Sand, wir chillen im Strandkorb und am Ende sind alle glücklich. Merkt ihr selber, ne? Warum macht man das? Urlaub mit Kindern? Finde mal von jetzt auf gleich eine Unterkunft für sieben Personen. Last Minute. Am Meer. In der Hauptsaison. An dem Wochenende, ab dem in allen Bundesländern Sommerferien sind.

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Murmeln im Kopf

Die Kinderärztin vom Kassenärztlichen Notdienst setzt ein ernstes Gesicht auf: „Versprichst du mir, dir nie wieder eine Murmel ins Ohr zu stecken? In die Nase auch nicht?“ Die Vierjährige schaut auf ihre Schuhe und zuckt mit den Achseln: „Nein.“ O.k. Und hey, super, dass sie jetzt weiß, Murmeln passen auch in Nasenlöcher. Danke!

Wie ist euer Notaufnahme-Schnitt mit Kindern? Wir sind das vor ein paar Tagen mal durchgegangen. In fast 14 Jahren mit inzwischen fünf Kindern kommen wir auf zweimal Notaufnahme. „Kein schlechter Schnitt“, sag ich und bereu es sofort. Eltern kennen die Regel: freust du dich über das Ausbleiben von Katastrophen treten sie augenblicklich ein. Logisch.

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Kalenderoverload

Kennt ihr das? Ihr liegt nachts wach – am Fußende eurer Bettes, weil der Kopfteil von einem Kind quer liegend blockiert wird – und denkt darüber nach, was noch zu erledigen ist und welche Termine anstehen? Dass ihr den halbjährlichen Kontrolltermin für sieben Personen beim Zahnarzt vereinbaren müsst und der Augenarzttermin in zwei Wochen auf den Nachmittag fällt, was bedeutet, dass ein Kleinkind im Kindergarten bleibt und der Papa es nach der Arbeit abholen muss und damit fangen die Schwierigkeiten schon an. Kennt ihr das? Ich hab das jede Nacht. Ich zähle keine Schafe. Ich zähle Termine.

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Weil es wichtig ist.

Diesen Kommentar habe ich für das Onlinemagazin www.alive-erfurt.de geschrieben. Weil es mir aber so wichtig ist, veröffentliche ich meine Worte auch hier noch einmal. Ich weiß auch, dass man sich mit einer menschlichen Einstellung – und nicht rechts zu sein, nenne ich nun einmal menschlich – nicht nur Freunde macht bei alle den besorgniserregenden Bürgern hierzulande. Aber ich kann nicht mehr ruhig bleiben. Ich habe schlichtweg keinen Bock meine Kinder in einem Klima der Angst und des Hasses aufwachsen zu lassen. In einem Land, in dem Menschen leben, die alle Nase lang andere für ihr eigenes Versagen haftbar machen wollen. Die vor lauter Hass nicht mehr denken können. Das will ich nicht für meine Kinder. Und deshalb kann ich nicht schweigen oder hinnehmen, dass da eine AfD ist, die mit den Ängsten der Menschen spielt. Dass es salonfähig wird rechte Parolen zu proklamieren, weil man besorgt ist. Man ist dann nicht besorgt. Besorgt geht anders. Danke fürs Lesen.

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Ostern war früher auch mal ruhiger

Es gibt keine Zeit im Jahr, die ich mehr fürchte als zusammenhängende Feiertage. Kaum hab ich Weihnachten überlebt, klopft der Osterhase an die Tür. Wie ich dieses Langohr hasse! Schulferien, Feiertage, Kinder zu Hause! Ich liebe diese kleinen Terroristen. Ja, wirklich. Jeden. Einzeln. Nur als Zusammenrottung sind die schlimmer als jede Horde Zombies. Die rollen einfach über alles drüber, zerstören, schlachten aus, richten Unheil an und sind dabei so fürchterlich laut am lachen. Jeder Horrorfilm ist Kinderkacke dagegen! Was nun folgt ist eine Chronik meines körperlichen und geistigen Zerfalls über die Feiertage.

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